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Arfst Wagner

Das Geheimnis der achten Sphäre

- eine okkulte Untersuchung -

„Die Wahrheit muss, auch ohne dass dafür Interesse vorhanden ist, ihr Gebiet erobern. Deshalb wird in Wirklichkeit nichts mehr gehasst als die Wahrheit, als die ungeschminkte Wahrheit. Und deshalb ist gar mancher da oder dort Anhänger, der eigentlich in seinem tiefsten Innern einen Hass in seiner Seele hat.“ (GA 254/1969/18.10. 1915/S.101)

Das Thema der vorliegenden Arbeit, die „achte Sphäre“, scheint etwas sehr Entlegenes zu behandeln. Man findet in der neueren, auch anthroposophischen Literatur nichts dazu. So entlegen das Thema aber auch scheint, so muss es doch nicht unwesentlich oder vernachlässigenswert sein. Es sind nur we­nige Menschen, die sich zur achten Sphäre überhaupt geäußert haben. Den meisten dürfte das Thema als solches sogar gänzlich unbekannt sein.

In welcher Weise das Problem der achten Sphäre auch und gerade mit unserem Jahrhundertende zusammenhängt, wird sich am Ende dieser Arbeit ergeben. Es mag hier zu Beginn genügen, den Hinweis Rudolf Steiners zu erwähnen, der den Begriff der achten Sphäre wesentlich mit der Zahl des Tieres, der Zahl 666 in Zusammenhang bringt. Der Impuls von 666 kulminiert im Jahre 1998, also in dem Jahr, in dem wir uns zur Zeit befinden, zum dritten Mal. Wir werden im weiteren sehen, ob dieser Zusammenhang von achter Sphäre und dem Impuls, der sich hinter der Zahl 666 verbirgt, ersichtlich werden kann.

Die Widersachermächte, die ihre eigenen Ziele mit der Menschheit verfolgen, benutzen diese in einem Sinne, der in dieser Arbeit entwickelt werden soll. Gerade unserer Zeit ist es notwendig, das Geheimnis der achten Sphäre zu kennen und tiefer zu erkennen. Das gilt für alles, was mit dem „Bösen“ zu tun hat. In unserer Zeit soll der Mensch die Kräfte der Bewusstseinsseele entfalten. Diese befähigen ihn dazu, von seinem Egoismus abzulassen und im Sinne Dostojewskis die Probleme der Menschheit insgesamt als seine eigenen zu erkennen: jeder ist an allem schuld.

Die tiefste Eigentümlichkeit unseres Zeitalters, des Zeitalters der Bewusstseinsseelen-Entwicklung liegt darin, dass der Mensch „am intensivsten Bekanntschaft machen muss mit den der Harmonisierung der Gesamtmenschheit widerstrebenden Kräften. Deshalb muss in unserer Zeit sich allmählich eine bewusste Erkenntnis der dem Menschen widerstrebenden ahrimanischen und luziferischen Mächte verbreiten. Würde der Mensch durch diese Entwicklungsimpulse, an denen die luziferischen und ahrimanischen Mächte mitwirken, nicht hindurchgehen, so würde er nicht zum vollen Gebrauch seines Bewusstseins, also nicht zur Ausbildung seiner Bewusstseinsseele kommen“. (GA 186/1979/ 07.12.1918/S. 111f.)

Möglicherweise herrscht sogar eine tiefe Abneigung gegen eine Behandlung der mit der achten Sphäre zusammenhängenden Problematik, da diese außerordentlich unerfreulich ist und so manchem heute gängigen Streben nach oberflächlicher Positivität entgegensteht. Aber gerade okkulte Wahrheiten berühren den Menschen oft so unangenehm, da sie demjenigen, der sich mit ihnen beschäftigt, etwas abverlangen, was dieser immer wieder aufs Neue entwickeln muss: Unbefangenheit und Augen, die sehend werden wollen für bisher noch nicht Gesehenes.

Der englische Okkultist C.G. Harrison bezeichnet das Geheimnis der achten Sphäre als „den Schlüssel zum Verständnis des Bösen im Universum“. (Harrison, S.87). Auf Harrison werden wir im Laufe dieser Arbeit noch zurückkommen.

Um zu verstehen, um was es sich bei der achten Sphäre handelt, müssen wir eigentlich eine ganze Menge anthroposophischen Wissensgutes voraussetzen. Dieses vorausgesetzte Wissen kann hier nicht entwickelt, sondern nur so weit gestreift werden, wie es unbedingt zum Erfassen der Gesamtproblematik erforderlich ist.

Zu diesem Wissen gehört die Anschauung von der Erde als lebendigem Wesen, das selbst, so wie auch der Einzelmensch, durch verschiedene Verkörperungen hindurchgeht. Die Geisteswissenschaft kennt sieben solcher Verkörperungen. Diese Erdverkörperungen nennt die Geisteswissenschaft „Sphären“. Durch die sieben der Geisteswissenschaft bekannten Sphären begleitet der Mensch die Entwicklung der heutigen Erde, selbst dabei durch viele Inkarnationen gehend. (Grundlegendes zu den sieben Sphären bzw. Erdverkörperungs-Zuständen ist nachzulesen in: Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß . GA 13. Leipzig 1910. Kapitel ` die Weltentwicklung und der Mensch).

Der gegenwärtige Erdzustand ist die vierte dieser sieben Sphären. Die vorherigen Verkörperungen der Erde waren der Saturn, die Sonne und der Mond. Die drei zukünftigen Verkörperungen werden von der Geisteswissenschaft Jupiter, Venus und Vulkan genannt. Die für die Sphären verwendeten Namen haben zunächst nichts mit den gleichnamigen heutigen Planeten zu tun. Die Entwicklung der einzelnen Sphären umfaßt ungeheure Zeitspannen; allein schon daran zu ermessen, dass die gesamte Erdentwicklung nur eine der sieben Sphären ausmacht. Doch wollen wir uns nicht von den Dimensionen, die zu betrachten sind, abschrecken lassen, wollen wir das Thema doch bis in aktuelle, besonders dieses Jahrhundert- bzw. Jahrtausendende betreffende Vorgänge hinein betrachten.

 

A.P.Sinnett und H.P. Blavatsky

Der erste, der über die achte Sphäre schrieb, war der Engländer A.P. Sinnett , Mitarbeiter und späterer Biograph Helena Petrowna Blavatskys , der Begründerin der Theosophischen Gesellschaft. Blavatskys Hauptwerk, „die Geheimlehre“, enthält ebenfalls Ausführungen über die „achte Sphäre“. Das Buch von Sinnett , „der Geheimbuddhismus“, erschien im Jahre 1884. H. P. Blavatsky begann im Jahre 1885 an ihrer „Geheimlehre“ zu arbeiten. Sinnetts Buch stieß bei Kennern auf Kritik. So äußerte sich der bereits genannte C. G. Harrison wie folgt:

„Der Erste aber, welcher (wenn auch unbewusst) die Geheimnisse (der achten Sphäre. A.W.) der Welt zugänglich machte, war Herr Sinnett , der Verfasser vom `esoterischen Buddhismus´, einem Buche, welches großes Aufsehen (erregte), als es herauskam, aber nichts Neues enthält, was wahr ist und nichts Wahres, was neu ist.“ (Harrison, S. 87).

Harrison verweist auf den zentralen Irrtum Sinnetts , der behauptete, dass die achte Sphäre der Mond sei. (Mit „Mond“ meinte Sinnett den heutigen Erdtrabanten): „Man kann sich kaum etwas denken, was irreführender wäre.“ (Harrison, S. 88). Harrison geht weiter auf einen Irrtum der Blavatsky ein, die Jehova bzw. Jahve mit dem angeblich Bösen, das dem menschlichen Zeugungsvorgang des Menschen entspringt, in Zusammenhang bringt. Hier ist eine Quelle des bei Blavatsky leider durchaus anzutreffenden Antisemitismus zu finden. Es ist außerordentlich aufschlußreich , die hier zitierte Literatur noch genauer nachzulesen, besonders Harrison. Manche Aussage Rudolf Steiners ist hier vorweg­genommen, nicht nur zur achten Sphäre.

Diese Auseinandersetzung stand Rudolf Steiner vor Augen, als er im Oktober 1916 in drei Vorträgen auf die Problematik der achten Sphäre einging. Ihm lag das Buch von Harrison vor. Selbstverständlich kannten auch seine Zuhörer damals das Werk der Blavatsky , waren doch viele der Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft im Jahre 1915 ehemalige Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft.

 

Das Zusammenwirken von Ahriman und Luzifer

Rudolf Steiner leitet seine Ausführungen über die Auseinandersetzungen um die achte Sphäre damit ein, dass er zunächst eine bestimmte Form des Zusammenwirkens Ahrimans und Luzifers beschreibt, ja, er nimmt diese Auseinandersetzungen als Beispiel für diese Zusammenwirken.

„Nun hängt vieles davon ab, wenn es sich darum handelt, Klarheit zu gewinnen über die geistige Welt, dass man richtig unterscheiden kann zwischen Ahriman und Luzifer. .... Davon hängt also sehr viel ab, dass man die beiden Mächte gut zu unterscheiden weiß. Weiß man sie nicht gut zu unterscheiden, so führt das eine eigentümlich Art der Verwirrung in der Geisteswissenschaft herbei. Diese ist so zu charakterisieren: fortwährend ist, wenn man sie so durcheinanderwirft , wie das Goethe in dem Kuddelmuddel mit Ahriman und Luzifer im Mephistopheles getan hat, die Gefahr vorhanden, dass einem Ahriman immerfort mit dem Luzifer kommt. Man weiß da nicht recht, mit wem man es zu tun hat. Man weiß nicht, ob man es mit Ahriman zu tun hat oder mit Luzifer in der Form des Ahriman . Ahriman will uns anlügen, anlügen durch die materialistische Weltanschauung. ... Wenn man sie aber durcheinandermischt , Ahriman und Luzifer, zu einem Kuddelmuddel, dann geschieht es, dass man das, was einen als ahrimanisches Bild, als ahrimanische Welt anlügt, annimmt, weil Luzifer dem Ahriman zu Hilfe kommt, und man dann eine gewisse Sehnsucht bekommt, gewisse Irrtümer als Wahrheiten hinzunehmen.

Diese merkwürdige Tatsache hat sich im höchsten Grade herausgebildet: Irrtümer, die eigentlich nur im Zeitalter des Materialismus blühen konnten - man möchte sagen, im Zeitalter der Verführung durch Ahriman -, dadurch hinzunehmen, dass Luzifer von innen heraus hilft. Ahriman mischt sich in die Auffassung der äußerlichen Erscheinungen und lügt einen darüber an. Aber man würde hinter seine Schliche kommen, wenn nicht im eigenen Inneren Luzifer gewisse Sehnsuchten erweckte, gerade solche materialistische Vorstellungen in der Weltanschauung aufzupeitschen.

Nun, das war eine Situation, die einmal da war im Laufe des 19. Jahrhunderts.“(GA 254/1969/ 17.10.1915/S.64f.)

Der Mensch ist zwischen die beiden Widersachermächte Ahriman und Luzifer hineingestellt. Luzifer stachelt den Egoismus, besonders den geistigen, im Menschen an, sein Name bedeutet Lichtträger. Er verblendet den Menschen. Unter seinem Einfluss kommt der Mensch zu der Anschauung, er sei letztlich Gott gleich. Luzifer fördert eine Spiritualität, die die Sinneswahrnehmung und überhaupt die sinnliche Welt missachtet. Ahriman will gerade den Materialismus fördern. Er macht den Menschen sozusagen erdsüchtig und will alles Spirituelle vom Menschen fernhalten. Unter seinem Einfluss kann der einzelne Mensch dazu kommen, sich als ein Nichts zu empfinden oder zum Beispiel auch nur als eine Zusammenballung chemischer und physikalischer Zufälle. In vielen Lebensprinzipien findet man die Wirkungen dieser beiden geistigen Mächte wieder. Einer genaueren Beschreibung müssen wir uns hier enthalten, da dies zu weit führen würde.

 

„Spiritueller Materialismus“

A.P. Sinnett war nun ein solcher Mensch, ein Journalist, der, wie Rudolf Steiner es beschreibt, in seinem Kopf gänzlich dem Materialismus nachhing, auf der anderen Seite aber eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualität besaß: „Er hatte also die beste Anlage, die geistige Welt in der Form des Materialismus zu suchen, und so konnte es kommen, dass diejenige Individualität, die ein Interesse hatte, gerade den Materialismus auf spirituelle Art zu benutzen, um Sonderzwecke zu erreichen, leichtes Spiel hatte in dem Sinnettschen `Geheimbuddhismus´ eine scheinbar spirituelle Lehre mit einer ganz eminent materialistischen Tendenz zu entfalten.“(GA 254/1969/17.10.1915/S.66)

Den Inspirator Sinnetts charakterisiert Rudolf Steiner als „Maske einer Mahatma-Individualität“. Ein Mahatma war in der Theosophischen Gesellschaft die Bezeichnung für einen ihrer inspirierenden Meister.

Durch Sinnett wurde also eine Lehre in die Welt gesetzt, die „einen hohen Grad von Richtigkeit“ besaß, die aber nach der geschilderten Methode verfälscht worden war. Dieses war die Lehre von der achten Sphäre. Rudolf Steiner: „Und zwar gipfelt diese Lehre in der Behauptung, dass die achte Sphäre der Mond sei.“(ebd.)

Sinnett stand zu der Zeit, als er den „Esoterischen oder Geheimbuddhismus“ verfasste im Dienste linksstehender indischer Okkultisten. Diese wollten die Lehre von Karma und Reinkarnation verbreiten, die sich dann auch in Sinnetts Buch findet. H.P. Blavatsky stand zu dieser Zeit im Dienst amerikanischer Spiritua­listen, die die Lehre von der Wiederverkörperung verschwinden lassen wollten. Blavatsky rebellierte nach der Aussage von Rudolf Steiner gegen diesen Einfluss und wurde „den Indern in die Hände getrieben“. (ebd., S.68)

Rudolf Steiner: „... es kam zu einem Kampf zwischen dem Amerikanismus und dem Indeanismus in Bezug auf den Okkultismus“ (ebd.)

 

Die Schwierigkeit, Irrtümer der okkulten Forschung zu durchschauen

Doch weiter sollen uns diese Auseinandersetzungen um H.P.B. hier nicht interessieren. Die betreffenden Zusammenhänge können in den literarischen Quellen (s. Harrison „Das transzendentale Weltenall “ und Rudolf Steiner: "Die okkulte Bewegung im 19. Jahrhundert". GA 254) nachgelesen werden.

In einem Punkte sind sie in diesem Zusammenhange dennoch von belang: es wird deutlich, dass Blavatsky , was unbezweifelbar ist, aber auch Sinnett , in der Lage waren, okkulte Forschungen zu betreiben. Diese Fähigkeit stellt nun jedoch für den Geistesforscher auch heute noch ein Problem dar, jedenfalls dann, wenn diese zu Irrtümern in dieser Forschung führt. Ein Irrtum in der Geistesforschung kann nicht übersehen werden, denn die Kenntnis von diesem Irrtum ist Voraussetzung für alle weitere Forschung.

Es gibt zwei okkulte Gesetze, an die sich der Geistesforscher notgedrungen halten muss, will er einen Tatbestand erforschen. Und gerade im Zusammenhange mit der achten Sphäre haben diese beiden Gesetze, die hier im folgenden entwickelt werden sollen, eine besondere Bedeutung erlangt.

Das erste dieser beiden Gesetze beschreibt Rudolf Steiner wie nebenbei innerhalb einer der Vorträge über die achte Sphäre in wenigen Sätzen:

„... man hat es ja mit Okkultismus zu tun, und Okkultismus bedeutet, dass zum Erfassen seiner Wahrheiten eine größere Kraft notwendig ist als zum Erfassen der gewöhnlichen Wahrheiten des physischen Planes. Daher ist aber auch eine größere Kraft der Täuschung vorhanden, die zu durchschauen ist. ... Das ist nicht leicht zu durchschauen, weil eine größere Gegenkraft notwendig ist, die man anwenden muss, um die Täuschung zu durchschauen.“(GA 254.1969/17.10.1915/S.74f.)

Wir können erahnen, in welcher Verantwortung sich der Okkultist befindet, der etwas von ihm Erforschtes anderen mitteilt. Falls ein Irrtum vorliegt, erschwert er demjenigen, der dasselbe Phänomen erforschen möchte, den Zugang zur Wahrheit dieses Phänomens. Man muss auch damit rechnen, dass ganz bewusst solcher Irrtümer in die Welt gestreut werden, um Wahrheiten zu verschleiern.

 

Das Gesetz der spirituellen Brüderlichkeit

Das zweite okkulte Gesetz, das uns hier interessieren muss, findet sich im Werke Rudolf Steiners sozusagen an entlegener Stelle, und zwar als Zitat Rudolf Steiners in den „Vorbemerkungen des Herausgebers“ zum Teil III „Das Verhältnis von Bewegung, Esoterischer Schule und Gesellschaft“ in dem Band „Zur Geschichte und den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904 – 1914“. Die Herausgabe des Bandes besorgte Hella Wiesberger , die also auch Verfasserin der „Vorbemerkungen“ ist. Rudolf Steiner entwickelt in diesem Zitat das „Gesetz der spirituellen Brüderlichkeit“, welches, wie unschwer erkannt werden kann, von außerordentlichem Gewicht ist. Wir lesen:

„... es gibt in der geistigen Welt ein ganz bestimmtes Gesetz, dessen ganze Bedeutung wir uns durch ein Beispiel klarmachen wollen. Nehmen Sie einmal an, in irgendeinem Jahr hätte ein beliebiger, regelrecht geschulter Hellseher dies oder jenes in der geistigen Welt wahrgenommen. Nun stellen Sie sich vor, dass zehn oder zwanzig Jahre später ein anderer ebenso geschulter Hellseher dieselbe Sache wahrnehmen würde, auch dann, wenn er von den Resultaten des ersten Hellsehers gar nichts erfahren hätte. Wenn Sie das glauben würden, wären Sie in einem großen Irrtum, denn in Wahrheit kann eine Tatsache der geistigen Welt, die einmal von einem Hellseher oder einer okkulten Schule gefunden worden ist, nicht zum zweiten Mal erforscht werden, wenn der, welcher sie erforschen will, nicht zuerst die Mitteilung erhalten hat, dass sie bereits erforscht ist. Wenn also ein Hellseher im Jahre 1900 eine Tatsache erforscht hat, und ein anderer im Jahre 1950 so weit ist, um dieselbe wahrnehmen zu können, so kann er das erst, wenn er zuvor gelernt und erfahren hat, dass einer sie schon gefunden und erforscht hat. Es können also selbst schon bekannte Tatsachen in der geistigen Welt nur geschaut werden, wenn man sich entschließt, sie auf gewöhnlichem Weg mitgeteilt zu erhalten und sie kennenzulernen . Das ist das Gesetz, das in der geistigen Welt für alle Zeiten hindurch die universelle Brüderlichkeit begründet.“ (GA 264/1984/S.343 fff .)

Das Gesetz der spirituellen Brüderlichkeit verdeutlicht uns, dass es für den Geistesforscher auch noch heute notwendig sein kann, sich mit den Werken z.B. der Blavatsky auseinanderzusetzen, auch wenn man mit vielem, was in der “Geheimlehre“ zu lesen ist, nicht einverstanden sein kann. Gerade wenn man heute die frühen Vorträge Steiners studiert, muss man vor Augen haben, dass dessen Zuhörer als damalige Mitglieder der Theosophischen Gesellschaft in die “Geheimlehre“, aber auch in „Die „Entschleierte Isis “, dem ersten Werk der Blavatsky , eingearbeitet gewesen sind und dass Steiner darauf aufbaute, wie auch nachweislich auf das Werk „Das transzendentale Weltenall “ von C.G. Harrison.

 

Was ist die achte Sphäre?

Die achte Sphäre ist kein Phänomen der sinnlichen Welt, was die Darstellung der mit ihr zusammenhängenden Probleme nicht vereinfacht. Sinnett versuchte, dies zwar so darzustellen, indem er den Mond als achte Sphäre bezeichnete, was aber heute als Irrtum durchschaut werden kann. Wie geschickt allerdings der Sinnett`sche Irrtum lanciert war, zeigt sich daran, dass der sogenannte „alte Mond“, also die letzte Inkarnationsstufe des Erdplaneten, nun durchaus innerhalb unserer Thematik eine Rolle spielt, also der „alte Mond“, zunächst nicht unser heutiger Mond. Allerdings gehört von einem gewissen Gesichtspunkt auch der heutige Mond wiederum zur Problematik dazu, wie sich noch zeigen wird. Dieses soll nun im folgenden entwickelt werden.

Zu Beginn wurden kurz diese insgesamt 7 Stufen der Erdentwicklung genannt. In einem Schema kann dieses wie folgt dargestellt werden:

(Die Stufen sind Saturn, Sonne, Mond, Erde, Jupiter, Venus, Vulkan, ganz unten in der Mitte die 8. Sphäre. A. W.)

Die Zeichnung ist so zu denken, dass die verschiedenen „Sphären“ ineinander stecken, also nicht im Raum nacheinander vorgestellt werden können. Auch die achte Sphäre kann also innerhalb der Erdsphäre vom Okkultisten wahrgenommen werden. Der Mensch lebt ständig auch innerhalb der achten Sphäre, ohne davon etwas zu ahnen. Nur imaginatives Hellsehen kann sie wahrnehmen. Das Wissen von der achten Sphäre wird von Rudolf Steiner sogar als Voraussetzung für die Ausbildung der Fähigkeit imaginativen Hellsehens bezeichnet. (GA 254/1969/18.10.1915/S.84)

Die vierte Sphäre ist, wie der obenstehenden Zeichnung entnommen werden kann, der heutige Weltkörper. Der heutige Weltkörper ist mineralisch imprägniert. Diese mineralische Welt wird sinnlich wahrge­nommen. Das Mineralisch kann „durch die Sinne wahrgenommen und ... das sinnlich Wahrgenommene durch den Verstand kombiniert werden“ (ebd. S.85). Dieses Mineralische fordert uns Rudolf Steiner auf, nun wegzudenken, wenn wir einen Begriff von der achten Sphäre erwerben wollen. Was wir dann wahrnehmen, ist das Überbleibsel des alten Mondzustandes, noch nicht die achte Sphäre.

Nun kommt aber etwas hinzu. Während der Entwicklung des alten Mondes hin zum heutigen Erdzustand haben Luzifer und Ahriman etwas von der alten Mondsubstantialität zurückbehalten, um damit eigene Ziele zu verfolgen. Teile der alten Mondsubstantialität entreißen diese beiden geistigen Wesen den sogenannten „Geistern der Form“, die diese Verwandlung bewirken. Rudolf Steiner: “In diesen Teil, der da entrissen wird den Geistern der Form, kommen jetzt statt den Geistern der Form Luzifer und Ahriman hinein“. (ebd. S.86). (Zu der Verwandlung von einer Sphäre in die andere, zu dem Wirken der Geister der Form und auch der Geister der Bewegung siehe: Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß . GA 13. Kapitel: die Weltentwicklung und der Mensch.)

Im Moment des Entstehens entreißen Luzifer und Ahriman diesem Entstehungs-Prozess mineralische Substanz, die eigentlich der Erde angehört, der werdenden vierte Sphäre. Rudolf Steiner: “Statt dass aus dem übrig gebliebenen Mondhaften eine Erde entsteht, wird ein Weltkörper geprägt, der dadurch entsteht, dass in das vom Monde Herübergekommene das der Erde substanzielle Entrissene hineingebracht wird.“ (ebd. S.86). Der alte Mond ist, wie wir gesehen haben, imaginativ in der Erde vorhanden. In dieses Imaginative hinein wird das Entrissene von Luzifer und Ahriman hineinbefördert.“

Das eben Beschriebene faßt Rudolf Steiner wie folgt zusammen: “Auf dem alten Monde waren irgendwelche Bilder vorhanden. Die hätten auf die Erde übergehen sollen als etwas, was man überall auf der Erde wahrnimmt. Aber Luzifer und Ahriman haben sie sich zurückbehalten. Sie entreißen der Erde Erdbestandteile und füllen sie mit Imaginationen aus, so dass diese Erdsubstanzen nicht zu irdischen Gebilden, sondern zu Mondgebilden werden. Wir haben also eingeschlossen in unsere vierte Sphäre eine solche Sphäre, die eigentlich Mondsphäre ist, die aber ganz ausgefüllt ist mit Erdmaterial, also eine total falsche Sache im Weltall. Zu den sieben Sphären haben wie eine achte Sphäre dazugefügt, die gegen die fortschreitenden Geister gemacht ist. Daraus aber entsteht die Notwendigkeit, dass um jedes substanzielle Teilchen, das zum Mineralischen werden kann, die Geister der Form auf der Erde kämpfen müssen, damit es ihnen nicht entrissen wird von Luzifer und Ahriman und in die achte Sphäre hineingebracht wird.“ (ebd. S.87)

Die auf diese Absätze folgenden Sätze Rudolf Steiners, besonders durch die Tatsache, dass er nun von Atomen spricht, soll uns Grund genug sein, uns einige Gedanken zum atomistischen Weltbild und zu dessen Konsequenzen innerhalb der naturwissenschaftlichen Forschung zu machen. Rudolf Steiner fährt fort: „Also in Wahrheit liegt die Sache so, dass unsere Erde, die vierte Sphäre, gar nicht das ist, als was sie sich äußerlich darstellt. Wenn sie wirklich aus Atomen bestehen würde, würden alle diese Atome noch imprägniert sein von den Gebilden der achten Sphäre, die nur dem visionären Hellsehen wahrnehmbar sind.“(GA 254/1969/18.10.1915/S.87f.)

 

Atomistische Weltbilder und Heisenbergs „Naturbild der heutigen Physik“

Im Jahre 1920 führte der Naturwissenschaftler und Atomphysiker Werner Heisenberg während einer Wanderung ein Gespräch mit einem Freund namens Kurt, das er später in seinem Buch „Der Teil und das Ganze“ festhielt. In diesem Gespräch ging es um die Frage von Wahrheit und Wirklichkeit der naturwissenschaftlichen Phänomenologie. Heisenberg erinnert:

„Der äußere Anlaß des Gesprächs war wohl der Umstand, dass ich mich auf das im Sommer bevorstehende Abiturexamen vorzubereiten hatte und mich über naturwissenschaftliche Gegenstände gern mit meinem Freunde Kurt unterhielt. ... Ich berichtete Kurt, dass ich in meinem Physiklehrbuch auf eine Abbildung gestoßen sei, die mir völlig unsinnig vorkäme. Es handelte sich um jenen Grundvorgang in der Physik, bei dem zwei einheitliche Stoffe sich zu einem neuen, ebenfalls einheitlichen Stoff, einer chemischen Verbindung, zusammenschließen. ... Die bei solchen Vorgängen beobachteten Gesetzmäßigkeiten könne man, so lehrte das Buch, am besten verständlich machen, indem man annehme, dass die kleinsten Teile, die Atome, des einen Elements und die des anderen sich zu kleinen Atomgruppen zusammenschließen. ... Zur Veranschaulichung waren solche Atomgruppen im Buch abgebildet. Um nun weiter zu erklären, warum gerade je ein Atom Kohlenstoff und zwei Atome Sauerstoff ein Kohlensäuremolekül bilden, hatte der Zeichner die Atome mit Haken und Ösen versehen, mit denen sie im Molekül zusammengehängt waren. Dies kam mir ganz unsinnig vor. Denn Haken und Ösen sind, wie mir schien , recht willkürliche Gebilde, denen man je nach der technischen Zweckmäßigkeit die verschiedensten Formen geben kann. Die Atome aber sollten doch eine Folge der Naturgesetze sein und durch die Naturgesetze veranlasst werden, sich zu Molekülen zusammenzuschließen. Dabei kann es, so glaubte ich, keinerlei Willkür, also auch keine so willkürlichen Formen wie Haken und Ösen geben.“ (Heisenberg 1973, S.10f.)

Die dieser „Haken und Ösen – Theorie“ zu Grunde liegende Anschauung nennt Heisenberg später die „Philosophie des Als Ob“.

Die Atome als Bilder: diese Wort „Bilder“ oder auch „Imaginationen“ finden wir gleich bei Rudolf Steiner wieder. Doch wollen wir Heisenberg noch ein wenig folgen und zwar lesen wir über ein Gespräch, das Heisenberg mit dem dänischen Atomphysiker Niels Bohr geführt hat. Niels Bohr sagt dort zu Heisenberg:

„Diese Bilder ... sind ja aus Erfahrungen erschlossen, oder, wenn sie wollen, erraten, nicht aus irgendwelchen theoretischen Berechnungen gewonnen. Ich hoffe, dass diese Bilder die Struktur der Atome so gut beschreiben, aber eben auch nur so gut beschreiben, wie dies in der anschaulichen Sprache der klassischen Physik möglich ist.“ Heisenbergs Gedanken dazu: „ Bohrs Gedankengänge verbanden sich für mich mit der ... Ansicht zusammen, dass Atome keine Dinge seien. Denn obwohl Bohr so viele Einzelheiten von der inneren Struktur der chemischen Atome zu erkennen glaubte, waren die Elektronen, aus denen ihre Atomhülle bestanden, offenbar keine Dinge mehr; jedenfalls keine Dinge im Sinne der früheren Physik, die man ohne Vorbehalte mit Begriffen wie Ort, Geschwindigkeit, Energie, Ausdehnung beschreiben könnte“.(ebd. S.54f.)

Aus einem Gespräch mit Albert Einstein gibt Heisenberg folgende Aussage Einsteins wieder: „Erst die Theorie entscheidet darüber, was man beobachten kann. Sehen Sie, die Beobachtung ist ja im allgemeinen ein sehr komplizierter Prozess. Der Vorgang, der beobachtet werden kann, ruft irgendwelche Geschehnisse in unserem Meßapparat hervor. Als Folge davon laufen dann in diesem Apparat weitere Vorgänge ab, die schließlich auf Umwegen den sinnlichen Eindruck und die Fixierung des Ergebnisses in unserem Bewusstsein bewirken. ... Nur die Theorie, das heißt die Kenntnis der Naturgesetze, erlaubt uns also, aus dem sinnlichen Eindruck auf den zu Grunde liegenden Vorgang zu schließen.“ (ebd., S.80)

Aber was ist, wenn es sich bei den beobachteten Vorgängen nicht um sinnlich-natürliche Erscheinungen, sondern um geistige Phänomene handelt, die nur durch Begriffe, die an der sinnlichen Welt gewonnen worden sind, ausgedrückt wurden und auch heute noch werden?

Denn das ist der Fall. Dann werden alle Menschen über diese Lehren in die Irre geführt. Ergebnis ist nicht nur die Tatsache, dass der Geist nicht begriffen wird, sondern auch ein zunächst theoretischer Verlust der Natur. Diese Tatsache finden wir bei Heisenberg in seinem Buche „Das Naturbild der heutigen Physik“ bestätigt:

Wenn von einem Naturbild der exakten Naturwissenschaft in unserer Zeit gesprochen werden kann, so handelt es sich ... eigentlich nicht mehr um ein Bild der Natur, sondern um ein Bild unserer Beziehungen zur Natur. Die alte Einteilung der Welt in einen objektiven Ablauf in Raum und Zeit auf der einen Seite und die Seele, in der sich dieser Ablauf spiegelt, auf der anderen, also die Descartes`sche Unterscheidung von res cogitans und res extensa , eignet sich also nicht mehr als Ausgangspunkt zum Verständnis der modernen Naturwissenschaft. Im Blickfeld dieser Wissenschaft steht vielmehr vor allem das Netz der Beziehungen zwischen Mensch und Natur, der Zusammenhänge, durch die wir als körperliche Lebewesen abhängige Teile der Natur sind und sie gleichzeitig als Menschen zum Gegenstand unseres Denkens und Handelns machen. Die Naturwissenschaft steht also nicht mehr als Beschauer vor der Natur, sondern erkennt sich selbst als Teil dieses Wechselspiels zwischen Mensch und Natur. Die wissenschaftliche Methode des Aussonderns, Erklärens und Ordnens wird sich der Grenzen bewusst, die ihr dadurch gesetzt sind, dass der Zugriff der Methode ihren Gegenstand verändert und umgestaltet, dass sich die Methode also nicht mehr vom Gegenstand distanzieren kann. Das naturwissenschaftliche Weltbild hört damit auf, ein eigentlich naturwissenschaftliches zu sein.“(Heisenberg 1955, S.21)

 

Der Diebstahl der Erdsubstanz

Die bewusstseinsverändernde Wirkung der neueren Naturwissenschaft in diesem Jahrhundert ist ist ungeheuer. Selbst viele Menschen, die sich spirituell dünken, denken eigentlich doch in atomistischen Kategorien, so z.B. Fridtjof Capra in seinem Buch „Das Tao der Physik“. Über ihn und andere hat sich in die sogenannte New Age-Bewegung recht unbemerkt ein spirituell verbrämter Materialismus hineingeschoben , der weit über den eines Sinnett hinausgeht.

Man muss sich fragen: die Atomphysiker suchten die kleinsten Bausteine der Materie. Sie suchten immer kleinere Teile. Sie kamen an die Grenze der materiellen Welt. Sie gingen noch einen Schritt weiter. Dort fanden sie die Atome. Die Atome sind keine sinnlichen „Dinge“ (Heisenberg!) mehr. Aber was sind sie dann? Bilder.

Knüpfen wir wieder bei Rudolf Steiner an: „Also in Wahrheit liegt die Sache so, dass unsere Erde, die vierte Sphäre, gar nicht das ist, als was sie sich äußerlich darstellt. Wenn sie wirklich aus Atomen bestehen würde, würden alle diese Atome noch imprägniert sein von den Gebilden der achten Sphäre, die nur dem visionären Hellsehen sichtbar sind. Es stecken diese Gebilde überall darinnen, und der Inhalt der achten Sphäre ist überall gespensterhaft vorhanden, kann also wahrgenommen werden. Darinnen also steht im Grunde genommen alles Erdensein.“ (GA 254/1969/18.10.1915/S.87f.)

Wenn sich nun bei den Menschen ein Bewusstsein entwickelt, das dennoch davon ausgeht, dass die Erde aus Atomen besteht, wird eine Voraussetzung geschaffen, dass Luzifer und Ahriman eines der beiden Ziele, die sie mit der achten Sphäre verfolgen, möglichst leicht erreichen können: „Fortwährend bemühen sich Luzifer und Ahriman , aus der Erdensubstanz herauszubekommen, was sie nur erhaschen können, um ihre achte Sphäre zu formen, die dann, wenn sie genügend weit gekommen ist, von der Erde losgelöst wird und mit Luzifer und Ahriman ihre eigenen Weltwege einschlagen wird. Selbstverständlich würde dann die Erde sich gleichsam als Torso zum Jupiter hinüber entwickeln.“ (ebd. S.88)

 

Die „friedliche“ Nutzung der Kernenergie

Betrachten wir auch kurz eines der Ergebnisse der Atomforschung, was in diesem Zusammenhang vielleicht ein neues Licht werfen kann: die so genannte „friedliche Nutzung der Atomenergie“. Robert Jungk hat uns beschrieben, wie die Verbreitung dieser Nutzung in die Welt trat:

„Herbst 1953: bei einem Frühstück im Weißen Haus wurde die Idee einer großangelegten amerikanischen Kampagne unter dem Schlagwort `Atome für den Frieden´ geboren und zunächst noch als Geheimsache unter dem Codewort `Operation Wheaties ´ behandelt, denn bei der ersten Besprechung hatte Präsident Eisenhower seine Lieblingsspeise, Haferflocken der Marke ` Wheaties ´, gelöffelt. Auf Filzpantoffeln kam somit eine Seuche in die Welt, die den Namen ` Proliferation ´ (Weiterverbreitung) trägt und den Politikern der Jahrtausendwende Kopfschmerzen wie kaum ein anderes Problem verursachen wird. ... Gegen die Bedenken eigener Berater und einiger ausländischer Politiker (zu denen besonders auch die Russen gehör­ten) verkündete das amerikanische Staatsoberhaupt am 8.Dezember 1953 vor der UNO: `Die Vereinigten Staaten sind davon überzeugt, dass die friedliche Nutzung der Atomenergie kein Zukunftstraum ist. Die bereits erprobten wissenschaftlichen Voraussetzungen sind vorhanden, hier, jetzt, heute. Wer kann daran zweifeln, dass dieses geistige Potential nicht schnell weltweit nutzbar gemacht werden könnte, wenn die Gesamtheit aller Naturwissenschaftler und Ingenieure auf der Erde genügend spaltbares Material in den Händen hätte, um Versuche durchzuführen und um ihre Ideen zu entwickeln? Um diesen Tag beschleunigt herbeizuführen, an dem die Furcht vor dem Atom aus den Gedanken der Völker und der Regierungen in Ost und West zu weichen beginnt, sind bestimmte Schritte notwendig, die jetzt getan werden können."(Robert Jungk 1977, S.134f.)

Hat Eisenhower hier den Tag einer neuen ahrimanischen und luziferischen Schöpfungsgeschichte begrüßt? Ist es möglich, dass in den heutigen Atomkraftwerken Erdsubstantialität so „aufbereitet“ wird, dass sie der Erdenentwicklung entzogen wird und in die achte Sphäre gerät? Es scheint nicht nur möglich, er ist sogar außerordentlich wahrscheinlich.

Die Ansätze zur Entwicklung anderer Techniken wie die von John Worrell Keely fielen der Vergessenheit anheim. (Wagner 1998)

 

Wo befindet sich die achte Sphäre und was hemmt ihr direktes Wirken?

Das Ziel, das die luziferischen und ahrimanischen Mächte nun mit der achten Sphäre verfolgen, fasste Rudolf Steiner in einem einzigen Satz wie folgt zusammen:

„Nichts Geringeres steht bevor nach dieser Intention Luzifers und Ahrimans , als die ganze Menschheits­entwicklung verschwinden zu lassen in die achte Sphäre, so dass sie einen anderen Gang nehmen würde.“(GA 254/1969/18.10.1915/S.89)

Doch haben die bereits erwähnten Geister der Form, denen Teile der alten Mondsubstantialität, die von ihnen in die Erdensubstanz verwandelt wurde, von Luzifer und Ahriman entrissen wurde, etwas geschaffen, was diesem Streben entgegenwirkt. Dieses Hindernis wirkt so, dass die achte Sphäre nicht so wirken kann, wie dies von Luzifer und Ahriman beabsichtigt ist. Und dieses Hindernis ist der die Erde umkreisende Mond!

Zurückblickend wird es jetzt deutlich, wie verheerend die falsche Lehre von der achten Sphäre, wie sie von Sinnett verbreitet wurde, hätte wirken können, wäre sie nicht korrigiert worden. Der Mond hat eine so derbe Substanz, wenngleich sie auch derjenigen der Erde nicht unähnlich ist, dass sie nicht von Luzifer und Ahriman aufgelöst werden kann. Hinter dem Mond, dem physischen Mond finden wir die achte Sphäre, und der physische Mond mit seiner derben Substanz sitzt wie ein Pfropfen darauf und verhindert deren direktes Wirken. Die Geister der Form haben diese derbe Mondsubstanz zu einem bestimmten Zeitpunkt der Erdenentwicklung aus der Erde herausgetrieben , um ein Gegengewicht gegen die achte Sphäre zu schaffen (siehe dazu: Rudolf Steiner: Die Geheimwissenschaft im Umriß . Kapitel: Die Weltentwickelung und der Mensch.)

Ist das alles Spekulation? Was den Mondaustritt betrifft, so hält selbst die heutige Naturwissenschaft diese Tatsache bereits für möglich. Wir lesen dazu die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

 

Die FAZ über den Austritt des Mondes aus der Erde

Unter der Überschrift “Als die erste Kiste geöffnet wurde, war die Enttäuschung groß“ veröffentlichte die FAZ am 21.Juli 1989 einen Artikel von Harald Steinert über die sechs „ Apollo“-Flüge der NASA, bei denen insgesamt 382 Kilogramm Mondgestein gesammelt und mit auf die Erde gebracht wurden.

Diese Mondmaterie wird, außer einigen wenigen Ausstellungsstücken, die in verschiedenen Museen gezeigt werden, in einem Tresor in Houston (Texas) gelagert. Der Tresor befindet sich im „Johnson Space Center“, das wiederum eine Abteilung im „ Planetary Materials Laboratory“ bildet. Das Material wird in reinem Stickstoff gelagert, hinter 45 Zentimetern Beton und sechs Millimetern Stahl, anderthalb Meter unter der Erde. Die „Apollo 11“-Astronauten hatten vor 20 Jahren die ersten Gesteinsproben des Mondes zur Erde gebracht. Weiter fünf „ Apollo“-Flüge vergrößerten die Gesteinsmenge auf die 382 Kilogramm. Als wie wertvoll diese Gesteinsproben betrachtet werden, zeigt sich daran, dass eine Fünf-Gramm-Mondgesteins-Probe, die von Houston nach Heidelberg verbracht wurde, mit einer Million Mark Wert versichert wurde. Steinert schreibt, dass das vorhandene Mondgestein das wohl am gründlichsten untersuchte Gestein der Welt ist: „Fast 60 000 Proben sind an Forscher herausgegangen, noch heute werden 600 bis 900 Proben jährlich versandt, meist nur milligrammweise . Da die nicht verbrauchten Proben wieder nach Houston zurückgehen, sind seit der Ankunft auf der Erde nur etwa zwei Prozent des Materials verbraucht worden.“

Steinert berichtet über die Öffnung der ersten Kiste Mondgestein vor Fernsehkameras am 25. Juli 1969 wie folgt: es war „die Enttäuschung in der Öffentlichkeit groß. Der Inhalt sah aus wie ein Haufen verbrannter „ Baked Potatoes “. In einem Brief an ein Mitglied des Untersuchungsteams wurde geklagt, dass die Vereinigten Staaten Milliarden ausgegeben hätten für ein paar Feldsteine, wie man sie in jedem Vorgarten finden könne. Die Fernsehkameras wurden schnell abgeschaltet. Die Enttäuschung hielt aber nicht lange an. Schon am nächsten Tag konnten der Öffentlichkeit sorgfältig entstaubte Mondgesteine präsentiert werden, die ansehnlicher waren. Sie entpuppten sich als eine Art von Basalt: ein auf der Erde weitverbreitetes Magmengestein, wie es jeder bessere Vulkan liefern kann - aber immerhin ein identifizierbares Gestein, das Kunde von geologischen Ereignissen auf dem Mond gab.“

Und dann berichtet Steiner weiter

„Die wesentliche Botschaft der Mondgesteine für den Menschen ist jedoch nicht mit dem Auge des Petrologen und Mineralogen sichtbar. Wesentlich sind die geochemischen und radiologischen Analysendaten über Alter der Gesteine, über Verteilung von Spurenelementen und Element-Isotopen. Verglichen wird das Mondmaterial mit dem Gestein der Erde und anderer kosmischer Materie.

Es zeigt sich eine erstaunlich nahe Verwandtschaft zwischen Erde und Mond. Allerdings ist die Zusammensetzung der Sauerstoffisotope einzigartig und völlig verschieden von Materie außerhalb des Erde-Mond-Systems. Die Verteilung der Elemente und Spurenelemente ist ähnlich wie im Mantel der Erde.

Daraus wird heute von den meisten Forschern der Schluß gezogen, dass der Mond aus dem Material der Erde entstanden ist - genaugenommen aus dem „Mantel“ der Erde, der als dicke Hülle unter einen dünnen Kruste den kleinen Erdkern umhüllt. Am wahrscheinlichsten erscheint es, dass der Mond durch den Einschlag eines Riesenmeteoriten auf die Erde entstand, zu einer Zeit, als sich der Erdkern unter dem Erdmantel schon gebildet hatte. Dabei wurden große Massen von Erdmantelmaterial in die Höhe geschleudert, die die Erde zunächst umkreisten und sich dann zum Mond sammelten. Das muss vor mindesten 4,4 Jahrmilliarden geschehen sein: So alt sind die ältesten Mondgesteine.“

 

Rudolf Steiner über den Mond

Diese neuen Ergebnisse bestätigen vieles von dem, was bereits von Rudolf Steiner in Büchern und Vorträgen über den Mond ausgesagt hat, wenngleich ihm viele Informationen noch nicht zur Verfügung standen. So ging er davon aus, dass der Mond etwa ein Siebzigstel der Erdanziehungskraft besäße, was heute anders betrachtet werden muss: es ist etwa ein sechstel. Dennoch ist es aufschlußreich , eine der Äußerungen Rudolf Steiners mit dem Aussagen des Artikel aus der FAZ zu vergleichen. Nachdem er in dem gleich zu zitierenden Vortrag zunächst einiges über die Entstehung der Sonne in ihrer Beziehung zur Erde ausführt, fährt er dann fort:

„Dann kam das andere wesentliche Ereignis, ... , durch das die Mondsubstantialität mit allen Mon­denkräften aus der Erde selber hinausverlegt wurde. Der Hinausgang des Mondes aus der Erde fand statt. Damit gingen aber gewaltige Veränderungen mit der Erde vor sich. Jetzt erst wurde die Erde zu einem Zustande gebracht, dass der Mensch gedeihen konnte. Während die Kräfte sozusagen zu geistig gewesen wären, wenn die Erde mit der Sonne verbunden geblieben wäre, so hätten sie zu grob werden müssen, wenn die Erde mit dem Monde vereint geblieben wäre. So also entfernte sich der Mond, und es blieb die Erde in einer Art Gleichgewichtszustand zurück, der dadurch bewirkt wurde, dass von außen die Sonnen- und Mondenwesen wirkten. Und dadurch bereitete sich die Erde dazu vor, dass sie die Trägerin des Menschendaseins werden konnte“. (GA 122/ Dornach 1976/25.08. 1910/ S.161f.)

Und an anderer Stelle lesen wir weiter:

„Wenn wir unsere Erde betrachten, so ist sie hervorgegangen durch Entwicklung aus einem früheren Zustand. Wie jeder Mensch in seinem Leben hervorgeht seelisch-geistig aus einer früheren Verkörperung, so ist unsere Erde für die Geisteswissenschaft hervorgegangen aus einer früheren planetarischen Verkörperung .. Aber es haben sich innerhalb unserer Erde selbst Reste jener Tatsachen erhalten, welche sich in früheren Verhältnissen auf der früheren planetarischen Verkörperung unserer Erde abgespielt haben. Und diese Reste haben wir in dem zu suchen, was sich heute als Mondenumlauf um die Erde herum abspielt. Geisteswissenschaftlich rechnet man den Mond zur Erde.“ (GA 55/ Dornach 1976/09.12.1909/S.143f.)

Schwierig ist es jetzt, eine Aussage zu machen über die geisteswissenschaftliche Bedeutung der Tatsache, dass 382 Kilogramm Mondgestein auf die Erde „ zurück“-gebracht wurden.

Der Mond kann in dieser Arbeit jedoch nicht in dieser Weise das zentrale Thema sein, nur insoweit, als er mit der „achten Sphäre“ zusammenhängt, bzw. in seinem geistigen Teil diese selbst darstellt. Wichtig ist allerdings auch zu erwähnen, dass geisteswissenschaftlich mit „Mond“ im heutigen Sinne nicht nur der Körper des Erdtrabanten gemeint sein kann, sondern die Mondensphäre, also die vom Mond beschriebene Bahn bzw. der von der Bahn umschriebene Raum hinzugerechnet werden muss. Es wird also wirklich in jedem Punkt unser Schablonendenken aufgefordert, sich zu verwandeln, wollen wir die tieferen Geheimnisse geisteswissenschaftlicher Forschens und Handelns begreifen.

Es kann hier jetzt allerdings festgehalten werden, dass sich der physische Mond wie ein Schutz vor dem geistigen Teil des Mondes befindet, der als achte Sphäre bezeichnet werden muss. Weiterhin sehen wir, dass wir dabei sind, diesen Schutz abzutragen. Es sind weitere Mondreisen vorgesehen, die unter anderem dem Zwecke dienen, zu prüfen, inwieweit sich die Mondmaterie eignet, aus ihr Sauerstoff zu gewinnen, mit dessen Hilfe auf dem Mond eine bemannte Station betrieben werden kann. Die geringe Anziehungskraft des Mondes lässt diesen als bestens geeignet für das Vorhaben erscheinen, hier einen Weltraum-Flughafen zu errichten, von dem aus die Mitte nächsten Jahrhunderts geplante Besiedelung des Mars voranzutreiben. (siehe hierzu z.B. den allerdings eher pessimistischen Artikel ` Der lange Marsch zum Mars A in GEO Nr. 9/1992)

Auf jeden Fall konstatieren wir weiter, dass die Mondmaterie, die viel „fester“ und „dichter“ ist als die Erdmaterialität, aus der Erde herausgebracht worden ist, um überhaupt das menschliche Dasein auf der Erde zu ermöglichen. Es ist zu erwarten, dass es nicht bei den 382 Kilogramm Mondmaterie auf der Erde bleiben wird. Steinert schreibt dazu in seinem erwähnten FAZ-Artikel: „Einige Jahrzehnte wird die Sammlung (von Mondgestein. A.W.) noch ihren Wert behalten, - bis eine bemannte Mondstation errichtet wird und Massentransporte zwischen Erde und Mond beginnen. Dann dürften die ersten Proben sogar bei Mineraliensammlern auftauchen.“ Die Frage der Wirkung des Vorhandenseins von Mondmaterie auf der Erde im Hinblick auf das menschliche Bewusstsein muss hier unbeantwortet bleiben.

Die vielen Gesichtspunkte, die Rudolf Steiner zum Thema „Mond“ entwickelt hat, sind hier nicht annähernd in genügendem Umfang berücksichtigt. Allein das von Emil Mötteli erstellte Stichwortverzeichnis zur Rudolf Steiner-Gesamtausgabe ergibt nach Zählung einen Umfang von 127 Stichworten mit den entsprechenden Hinweisen auf betreffende Vorträge.

 

Der Mensch als Ziel luziferischer und ahrimanischer Bemühungen

Kehren wir jetzt aus der Peripherie zurück zum Punkt, zum einzelnen Menschen. Auch dieser bietet Ansatzpunkte für die ahrimanischen und luziferischen Mächte, ihre Absichten, die sie mit der achten Sphäre verfolgen zu fördern. Rudolf Steiner, auf dessen Ausführungen wir hier allein angewie­sen sind, beschreibt beispielsweise den menschlichen Kopf als besonderes Ziel dieser Absichten. Es ist der mineralische Prozess, in den die Widersachermächte hineinwirken und, dieser mineralische Prozess durch­dringt auch das menschliche Haupt und in ganz besonderer Weise das menschliche Gehirn. Rudolf Steiner:

„Nun ist der Mensch aber, wie Sie sehen, voll hineingestellt in diese ganze Erdenentwicklung, denn das Mineralische durchdringt ihn ganz, er steht fortwährend darinnen. Der mineralische Prozess geht überall durch uns hindurch, und der mineralische Prozess ist überall in diesen Kampf hineingezogen, so dass ihm fortwährend Teilchen dieser Substanz entrissen werden können. Also wir selber sind durchdrungen davon. Luzifer und Ahriman kämpfen gegen die Geister der Form, und uns soll überall entrissen werden mineralische Substanz. ... Am vollkommensten ist unser Denkorgan, unser Gehirn und unser Schädel, und darinnen ist gerade dieser Kampf, den ich eben angedeutet habe, am allerstärksten .“ (GA 254/ Dornach 1969/18.10.1915/S.88)

Rudolf Steiner schildert weiter, dass gerade dort, wo sich das menschliche Gehirn befindet, es Ahriman und Luzifer am meisten gelungen ist, uns Substanz bereits zu entreißen. Die physische Substanz des Menschen ist gerade in der Bildung des menschlichen Gehirns am meisten durchgeistigt, was uns in beson­derer Weise hilft, uns mit diesem Kopf von dem übrigen Organismus zu befreien:

„Wir können in Gedanken uns erheben, können das Gute und Böse unterscheiden. Und dadurch eben ist es Luzifer und Ahriman gelungen, Substantialität zu entreißen, weil sie am meisten wegreißen konnten von der mineralisierten Substantialität gerade bei dem edelsten Organ des Menschen. Diese Alchimie, dass mineralische Substanz in die achte Sphäre hinüberbefördert wird, findet fortwährend hinter den Kulissen unseres Daseins statt. Ich gebe zunächst Mitteilungen; die Belege dafür werden sich immer mehr ergeben.“ (ebd., S.88f.)

 

Das menschliche Denken und die achte Sphäre

Das menschliche Denken ist an das Gehirn gebunden. Es ist allerdings nicht geisteswissenschaftliche Anschauung, dass der Mensch normalerweise mit dem Gehirn denkt. Ess ist jedoch möglich, mit dem Gehirn zu denken, und dann entstehen abstrakte Gedanken. Es denkt dann nicht der geistig-seelische Mensch. Wenn wir abstrakte Gedanken fassen, dann denkt in uns tatsächlich das Gehirn. Die Behauptung der Materialisten, dass der Mensch mit dem Gehirn denke, ist ganz richtig für den Fall, dassder Mensch abstrakte Gedanken faßt . Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts hat sich der Mensch daran gewöhnt, bloß mit dem Gehirn zu denken. Deshalb ist es für viele schwer, sich zum Beispiel die Ansätze der Kunstästhetik des 20. Jahrhunderts zu erfassen, die ganz andere Kräfte erfordert als bisher, wenn man sie verstehen will. Die dazu notwendige prozessuale goetheanistische Betrachtungsweise, die auch immer mehr in die Pädagogik einfliessen muss, erfordert im Ansatz eine Betätigung des Äthergehirns im Zusammenhang mit dem Herzorgan. Zum Beispiel wird die Eurythmie nur unter dieser Voraussetzung in Zukunft verstanden werden können.

Diese Möglichkeit, das Denken vom physischen Gehirn loszureißen, wird von Rudolf Steiner explizit ausgeführt:

„Die Menschen müssen sich bemühen, die Gedanken nachzudenken, die heute noch bestehende Möglichkeit zu benützen, das Geistig-Seelische loszureißen von dem Materiellen des Gehirns. Denn es ist auf dem Wege, sich an das Materielle des Gehirns zu ketten. Die Menschen müssen sich davon losreißen. Aber wir haben es nicht mit einer falschen oder richtigen Anschauung zu tun, sondern mit einem Vorgang. Indem die Gedanken der anthroposophisch orientierten Geisteswissenschaft der Welt übergeben werden, rechnet man darauf, dass die Menschen, die noch fähig sind, die alten Möglichkeiten des Losreißen in sich zu handhaben, sie wirklich handhaben und die leibfreien Gedanken zu verstehen suchen, damit ihre Seelen leibfrei werden. Also es ist eine Willenssache, Anthroposophie zu verstehen; es ist etwas, was losreißen soll das Geistig-Seelische von dem Physisch-Leiblichen. ... Die Menschen sollen vor der Möglichkeit bewahrt werden, ihr Geistig-Seelisches zu verlieren, denn dieses Geistig-Seelische steht vor der Gefahr, ganz und gar in das Ahrimanische hineinzusegeln. Die Menschen stehen vor der Gefahr, das Geistig-Seelische zu verlieren und mit dem Materiellen sich zu verlieren als Menschen ...“(GA 197/ Dornach 1967/ 30.07.1920/S.125ff.)

Verbinden wir die Hinweise auf die Absicht Luzifers und Ahrimans , die Substantialität des Kopfes in die achte Sphäre befördern zu wollen mit der eben genannten Perspektive, so erscheint es zwingend anzu­nehmen, dass Luzifer und Ahriman auch dieses menschliche Denken in ihre Macht bekommen wollen, damit sie damit ihre eigenen Ziele besser verfolgen können. Auch das Denken soll in die achte Sphäre befördert werden.

Der Planet Erde wird irgendwann zugrunde gehen. Was dann übrigbleibt , das sind die Gedanken. Es wird überhaupt die sinnliche Umgebung des Menschen als solche mit der Erde zugrunde gehen. Die mo­derne Wissenschaft hat in die Bewusstseine der Menschen eingeprägt ein atomares Weltbild. Man kam im letzten Jahrhundert zu der Ansicht, die ganze Welt bestünde eigentlich nur aus Atombewegungen. Mit der entsprechenden Differentialgleichung könnte man eine Weltformel aufstellen. Die Folgen dieses an das Gehirn gebundenen Denkens schildert Rudolf Steiner an anderer Stelle wie folgt:

` Und wenn alles, was wir mit unseren Sinnen überblicken auf der Erde, zugrunde gegangen ist, diese Gedanken werden fortleben, wenn sie nicht vorher ausgetilgt werden. Daher ist durchaus die Gefahr vorhanden, dass, wenn so etwas allgemeine Denkweise wird, unsere Erde sich in einen solchen Plane­ten verwandelt, wie er den Vorstellungen der Materialisten entspricht. Der Materialismus ist nur so lange eine bloße Lehre, als er nicht Realität gewinnt. Aber darnach streben die ahrimanischen Mächte, dass die Gedanken des Materialismus so stark und verbreitet werden, dass das, was zunächst von der Erde übrigbleibt, die Atome sind.

Wenn wir heute sagen, wir müssen alles aus Atomen erklären, so ist das ein Irrtum. Wenn aber alle Menschen anfangen zu denken, es müsse alles aus Atomen erklärt werden, ... , dann wird die Erde wirk­lich so, dass sie aus Atomen besteht. Nicht von Urzeit an ist das richtig, dass die Erde aus Atomen besteht, aber die Menschheit kann das bewirken. Das ist das Wesentliche. Der Mensch ist nicht bloß daraufhin veranlagt, falsche Ansichten zu haben, sondern die falschen Gedanken schaffen falsche Realitäten; wenn die falschen Gedanken allgemein werden, dann entstehen Realitäten. A (GA 213/ Dornach 1969/ 15.07.1922/S.187)

 

Das menschliche Wollen und die achte Sphäre

Die Tatsache, dass besonders auch das menschliche Wollen in die achte Sphäre hinübergezogen werden soll, wird von Rudolf Steiner dezidiert ausgeführt. Dieses hat auch ganz konkrete soziale Folgen. Betrachtet man zum Beispiel die verschiedensten spirituellen Bewegungen der Neuzeit, dann wird man feststellen müssen, dass nicht wenige der heutige Strömungen und Bewegungen und auch der von diesen vertretenen Methoden auf spiritistische oder mediumistische Grundlagen ihrer Tätigkeit verweisen. Nur die Erkenntnisbemühungen geben den notwendigen Boden für den erwachsenen Menschen des 20. Jahrhunderts, aus eigener Einsicht in Freiheit zu handeln. Das klingt vielleicht banal, ist aber von tiefgreifender Bedeutung. Denn überall, wo der Mensch nicht aus eigener Einsicht handelt, geht die Willenssubstanz, die er zur Ausführung der Handlung verwendet, über in die achte Sphäre.


Rudolf Steiner: "Sie können sich denken, wie schwer jene Menschen berührt gewesen sein müssen, welche durch Kompromiß übereingekommen waren, auf dem Wege des Mediumismus den Menschen allerlei Wahrheiten von der geistigen Welt beizubringen, und dann erlebt haben, wie die Medien glaubten, dass die Toten zu ihnen sprächen. Die Okkultisten haben aber dann gewußt : das, was zwischen Medien und lebendigen Menschen vorgeht, besteht darin, dass der Strom des freien Willens hineingeht in die achte Sphäre. Statt an das Ewige anzuknüpfen, brachten sie gerade das zutage, was fortwährend in die achte Sphäre hinein verschwand." (GA 254/ Dornach 1969/18.10.1915/S.93f.)

 

"Der Doktor hat gesagt"

Einen erschütternden Hinweis richtete Rudolf Steiner dann an die Anthroposophen selber, den wir hier folgen lassen wollen:

„Wie froh waren manche, wenn sie diesen freien Willen nur binden konnten! Das zeigte sich daran, wieviel von denjenigen Bewegungen, die ich gekennzeichnet habe, von außen hereingetragen worden ist in unsere Bewegung. Nicht von Blavatsky und nicht von außen, sondern durch unsere Mitglieder selber wurde beständig Bresche geschlagen in das, was erreicht werden sollte. Und das geschah und geschieht dadurch, dass man immer wieder bewundert, was von visionärem Hellsehen herangebracht wird! Wenn man bewunderte, was von visionären Hellsehern herangebracht wurde, dann war das ein solches Bresche­schlagen, und dann war das ein Ausdruck für die perverse Liebe zur achten Sphäre. Und wenn der oder jener gesagt hat: Der Doktor hat gesagt, dass es gemacht werden soll -, dann bedeutet das, dass ein solcher den freien Willen fremden Einflüssen überliefern wollte, dass er ihn nicht durch sich, sondern durch etwas anderes bestimmen lassen wollte; er wollte, der andere solle in die physische Welt eine Geneigtheit tragen, den freien Willen binden zu lassen.“ (ebd., S.98)

Nehmen wir nur ein Beispiel, das der Autor besonders gut kennt: die Waldorfschulen wurden gegründet, um eine freie Lehrer-Schüler-Begegnung möglich zu machen. Für diese Begegnung löste Rudolf Steiner den Unterricht von den Weisungen des Kultusministeriums ab. Es entstand die Freie Waldorfschule. Steiner gab eine Methodik, durch die der Lehrer die Wesenheit des Kindes im Sinne einer wahren Menschenbegegnung erreichen konnte. Auf dem Boden dieser Begegnung findet Unterricht statt, wobei die verschiedensten individuellen Ansätze möglich sind. Auch einen Lehrplan entwarf Rudolf Steiner vor den anwesenden Lehrern der ersten Waldorfschule. Dieser Lehrplan sollte sich jedoch je nach der Zeit, in der die Schule betrieben wird (Aktualität!), nach dem geographischen Ort und nach der Eigenart und den spezifischen Lebensfragen der Kinder immer wieder ändern. Eine permanente gemeinsame Arbeit des Kollegiums an diesem Lehrplan in gegenseitigen freien Austausch aus dem Interesse des einem an dem anderen ist notwendig, um eine lebendige Lehrer-Schüler-Begegnung immer wieder neu zu ermöglichen. Aus den Entwicklungsphasen des Kindes heraus sollte der Unterricht gestaltet werden, gleich, um welches „Fach“ es sich handelt.

Würde es nun so sein, und Tendenzen nicht nur staatlicher Einflussnahme zeichnen sich in den letzten Jahren wieder verstärkt ab, dass der von Rudolf Steiner gegebene Lehrplan sozusagen als Programm, mit dem physischen Gehirn gedacht und als Anweisung, als Befehl verstanden wird, wird der betätigte Wille des Lehrers in die achte Sphäre hinüber gleiten und die Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler wird diesem Lehrerwillen folgen. Da wäre gar kein staatlicher Zwang notwendig, um diese Katastrophe herbeizuführen. Darüber könnten auch publikumswirksame Ausstellungen oder künstlerische Darbietungen nicht hinwegtäuschen. Das Ziel muss, über alle Einseitigkeiten hinweg, die Ausbildung der freien schöpferischen Individualität des einzelnen Menschen sein.

Die Verdrehung von Wahrheiten ist eine weitere Methode, die achte Sphäre zu „bereichern“. Auch hier spricht Rudolf Steiner die Anthroposophen selbst an: „Und in den mancherlei Versuchen, die gegenwärtig in unserer Mitte auftreten, müssen wir eben den Versuch sehen, dass dasjenige, was bei uns als Wahrheit auftritt, umgekehrt wird, in einer anderen Weise gebraucht wird. Das kann man am Raffiniertesten dadurch machen, dass man sagt: Die Lehre ist gut, der Lehrer taugt nichts. - man raubt sie gleichsam dem Lehrer und will sie dann zu etwas anderem verwenden. Ja, am liebsten hätten es Luzifer und Ahriman , wenn sie die ganze Götterweisheit nehmen und in die achte Sphäre hineinbringen, hineinbefördern könnten. Es handelt sich dabei darum: eine Gesellschaft, in welcher Freiheit existieren kann, umzuformen in eine Sklavengesellschaft.“ (ebd., S.101)

Und hier können wir auf eine ausgesprochen positive Kraft hinweisen, die den vielen Problemen, die im Zusammenhang mit der achten Sphäre zu besprechen haben, entgegenstellen können. Der Lehrer hat dem Kinde zu helfen, etwas aus seinem Inneren herauszuholen, was Rudolf Steiner wie folgt benennt: "Man hat heute nicht mehr die Aufgabe, in das Kind gewissermaßen hineinzugießen, was in alten Zeiten in es hineingegossen werden musste. Man hat heute die Aufgabe, sich zu sagen: Das Kind ist belehrt, es hat nur seinen physischen Leib um die belehrte Seele herumgelegt, und es muss durch die Hülle durchgedrungen werden, es muss das herausgeholt werden, was vorgeburtliche Götterbe­lehrung ist. So müssen wir heute pädagogisch denken." (GA 203/ Dornach 1978/22.01.1921/S.100)

 

Die stärkste Beute Luzifers und Ahrimans

Luzifer und Ahriman ist geradezu eine Gier eigen, so viel als möglich von der Weltentwicklung in die achte Sphäre hineinzutragen, so führt es Rudolf Steiner aus. So geht es diesen beiden Weltenmächten nicht „nur“ darum, Substantialität, das Denken oder den Willen des Menschen in der achten Sphäre anzusiedeln, sondern auch einzelne Menschenseelen:

„Denn das wäre die stärkste Beute, wenn es jemals Luzifer und Ahriman gelingen könnte, eine ganze Seele für sich zu gewinnen, eine ganze Seele hinwegzuschnappen; denn dadurch würde eine solche Seele für die Erdenentwickelung in die achte Sphäre hinein verschwunden sein. Der größte Sieg also wäre es für Ahriman und Luzifer, wenn sie einmal sagen könnten, dass in ihr Reich möglichst viele tote Menschen eingegangen wären.“

Einem besonders für diese Absichten günstigen Weg folgten die Menschen, die auf den Mediumismus und Spiritismus des 19. Jahrhunderts hereinfielen. Dieser spielt ja auch in der Gegenwart wieder ein große Rolle, denn durch den Mediumismus wurde den Menschen vorgegaukelt, dass sie durch die Medien etwas von den Toten erführen, während die Kraft der Medien von Ahriman und Luzifer inspiriert wurde. Rudolf Steiner:

„Wollen wir also, dass die Gemüter der Menschen nach der achten Sphäre gelenkt werden, dann sagen wir den Menschen: Wir erzählen euch etwas von den Toten. - Wir fangen die Menschen ein, indem wir vorgeben, bei uns seien die Toten.

Diesen teuflischen Plan - denn wir reden jetzt von dem Teufel - brachten Luzifer und Ahriman zur Geltung, als der Okkultismus darauf hereingefallen war, durch den Mediumismus etwas machen zu wollen. Sie inspirierten alle Medien, durch die sie die ganze Sache arrangiert haben, damit die Menschen zu dem Reiche, aus dem die Toten sprechen sollen, hingelenkt werden, und Luzifer und Ahriman jetzt die Seelen erhaschen können. Das erschreckte die Okkultisten, als sie sahen, welchen Gang die Sache genommen hatte, und sie sannen, wieder abzukommen von diesem Weg. Selbst die Linken (Okkultisten. A. W.) sahen das ein und sie sagten daher: Machen wir etwas anderes! - Dazu bot sich dann Gelegenheit durch das Hereintreten einer so ganz merkwürdigen Persönlichkeit wie H.P Blavatsky war.“ (GA 254/ Dornach 1969/18.10. 1915/ S.94f.)

 

Die Möglichkeit der Auflösung des Ich

Im Zeitalter der Bewusstseinsseele ist es uns Menschen notwendig, uns mit der Frage des Bösen zu konfrontieren, ansonsten werden wir nicht zu dem kommen, was das Ziel unserer gegenwärtigen Epoche ist: die Ausbildung der Bewusstseinsseele. Eine bewusste Erkenntnis der widerstrebenden luziferischen und ahrimanischen Kräfte ist unumgänglich, soll nicht das Erdenziel verfehlt werden. Am Ende des 20. Jahrhunderts darf das offen ausgesprochen werden, auch wenn das unangenehm ist und sicher dem, der es ausspricht, nicht nur Freunde machen wird. Im 21. Jahrhundert, da ja nun nur noch kurze Zeit entfernt ist, brauchen wir den, anthroposophisch gesprochen, michaelischen Mut, dieser Tatsache offen ins Gesicht zu schauen. Die helfenden Mächte können eingreifen, aber dazu benötigen sie auch unseren Mut, denn durch diesen können sie hindurchwirken. Die Inspiratoren dieses michaelischen Mutes sind Weisheit und Liebe.

Mit Mut wollen wir dann auch die beiden großen Perspektiven anschauen, zu denen uns die Behandlung der achten Sphäre führt.

Es ist eine angenehme und recht bequeme Vorstellung, die den Menschen sich sagen lässt: alle Böse ist zwar schlimm, aber letztlich wird das Gute doch siegen. Es ist ja durchaus zu hoffen, dass letztlich das Gute siegt, aber es wird sich nur durch uns Menschen verwirklichen können. Und da wir als Menschen zur Freiheit veranlagt sind, muss auch das Gegenteil möglich sein, denn ansonsten wären wir nicht frei.

Ganz besonders empfindlich wird jeder reagieren, wenn diesbezüglich seine eigene Existenz in Frage gestellt wird. Ist man davon überzeugt, dass es ein Fortleben nach dem Tode gibt, dass es ein menschliches "Ich" gibt und dass dieses "Ich" geistig ist, dann kann die Vorstellung, dass auch dieses "Ich" nicht vor allem Bösen letztlich geschützt ist, etwas Unerträgliches an sich haben. Aber die Unerträglichkeit dieser Tatsache ist der Unvoreingenommenheit nicht förderlich, mit der diese Frage betrachtet werden muss. Und die Beantwortung dieser Frage ergibt auch hier einen erschütternden Einblick.

Es sind in erster Linie die materialistischen Anschauungen, die den Menschen sich so betrachten las­sen, dass er sich mit seinem physischen Körper identifiziert. Aber Rudolf Steiner spricht auch besonders von Menschen, die in ihrem Oberstübchen davon überzeugt sein mögen, dass es ein Leben nach dem Tode gibt. Bei letzteren sei es ganz oft so, dass sie an dieses Fortleben nach dem Tode nur deshalb glauben wollen, „weil ihr Egoismus nichts anderes ertragen kann“. Bei viel mehr Menschen der Gegenwart sei es so, dass sie sich eigentlich danach sehnen, mit dem physischen Tode ebenfalls zugrunde zu gehen: ihr Unterbewusstsein strebt danach. Rudolf Steiner: „Die Wirklichkeit ist noch viel ernster. Wenn der Mensch nämlich genügend intensiv durch genügend lange Zeit diese unterbewusste Sehnsucht ausbildet, mit dem physischen Tode zugrunde zu gehen, so geht er auch mit dem physischen Tode zugrunde. Dann hört das, was da als Geistig-Seelisches vorhanden ist und was sich sein Abbild schaffte, auf, eine Bedeutung zu haben; dann vereinigt es sich wieder mit den geistigen Welten und verliert seine Ichheit . Das Abbild der Ichheit wird ahrimanisch umgestaltet, und die ahrimanischen Mächte bekommen das, was sie wollen: sie bekommen das irdische Leben in die Hand. Das heißt, ein großer Teil der heutigen zivilisierten Welt strebt darnach, nicht die Zivilisation der Erde fortzusetzen, sondern die Menschen zum Sterben zu bringen und ganz anderen Wesen, als die Menschen es sind, das irdische Leben zu übergeben.

Es nützt nichts, auf diese Dinge nicht hinzuweisen. Es ist natürlich unbequem, diese Dinge hinzunehmen, und viel bequemer ist es, wenn man sich bloß zu sagen braucht: nun, man bekehrt sich allmählich zu einer besseren Weltanschauung.“ (GA 198/ Dornach 1969/17.07.1920/S.275)

 

Der Verlust der Erdenmission

An dieser Stelle sei eine Selbstverständlichkeit ausdrücklich betont: all diese Probleme sollen hier nicht beschrieben werden, um die Hoffnung auf eine gedeihliche Erdenzukunft zu rauben. Würden wir uns diese Hoffnung rauben lassen, würden wir denjenigen Mächten verfallen, die die beschriebenen finsteren Pläne zur Realität werden zu lassen. Es ist auf der anderen Seite jedoch auch kein Grund vorhanden, in Übermut oder auch nur in eine verschlafene Seelenstimmung zu verfallen, die etwa sagen würde: gleichgültig, was wir tun, letztlich wird doch alles nach dem Plan der guten Geister ver­laufen. Es wird schon gut gehen.

Die „Verantwortung des Menschen für die Weltentwicklung“ ist gegeben. Die Möglichkeit der vielfachen Zerstörung der Erde durch die Atom- bzw. Wasserstoffbombe ist ein Fanal hierfür.

Es gibt verschiedene Formen der Angst und Furcht. Die Angst, die uns lähmt, ist eine Wirkung ahrimanischer Geister in der Menschenseele.

So wollen wir uns nicht durch Furcht lähmen lassen, wenn wir die schrecklichste der Möglichkeiten zur Kenntnis nehmen: die Möglichkeit des Verlustes der Erdenmission. Auf diese leidvolle Möglichkeit hat Rudolf Steiner hingewiesen:

„Der Mensch hat die Wahl - und diese Wahl wird immer ernster seit der Mitte des 15. Jahrhunderts -, entweder stehenzubleiben bei den intellektualistischen, abstrakten Begriffen, oder aufzunehmen den lebendigen Inhalt der Geisteswissenschaft. Bleibt er stehen bei den intellektualistischen, abstrakten Begriffen, da wird er eine brillante Naturwissenschaft ausbauen, denn diese Begriffe sind tot, und er wird die tote Natur mit den toten Begriffen in einer wunderbaren Weise begreifen. Aber all das macht ihn zur Mumie, all das verähnlicht ihn der Materie, all das führt dazu, dass er im Ahrimanischen untergeht. ... So ist die Aufnahme der Geisteswissenschaft nicht eine Theorie, sondern sie ist die Erarbeitung eines Realen. Sie ist die Ausfüllung des sonst leeren Seeleninneren mit spirituellem, mit geistigem Inhalte. Innen leer, außen der Vergangenheit gegenüberstehend, so möchte die Menschheit in ihren Massen heute bleiben, indem sie nur gelten lassen will die Gedankenlogik mit der Experimentierkunst und nicht aufnehmen will, was lebendiges Geistesleben ist. Die Welt steht heute nicht nur vor der Gefahr, im Ahrimanischen unterzugehen, sondern die Welt steht heute vor der Gefahr, dass die Erdenmission verlorengehe .

Wer das durchdenkt und durchempfindet , der wird den ganzen Ernst recht empfinden, der mit der Aneignung der Geisteswissenschaft also solcher verbunden sein soll.“ (GA 198/1969/18.07.1920/ S.289)

Es stehen gute Mächte den Menschen schon zur Seite, aber er sollte sich seiner Verantwortung doch voll bewusst sein.

 

Die Hölle

In einem frühen Vortrag im Jahre 1905 war Rudolf Steiner bereits einmal auf die "achte Sphäre" zu sprechen gekommen. Allerdings war das wie beiläufig und außerdem ist die Vortragsnachschrift recht unvollständig. Erst nach den vorstehenden Ausführungen ist es daher zu wagen, diese Aussage Rudolf Steiners zu zitieren, mit der die vorliegende Arbeit abgeschlossen werden soll:

„Den Mond sehen wir als den entseelten Überrest von uns selbst an, und wir selbst haben in uns die Kräfte, die einstmals dem Monde das Leben gaben. Das ist auch die Grundlage für die eigentümlichen, sentimentalen Gefühle der Dichter, die den Mond besingen. Alle dichterischen Empfindungen sind schwache Nachklänge tief im Menschen lebender okkulter Strömungen.

Nun kann aber ein Wesen verwachsen mit dem, was eigentlich als Schlacke zurückbleiben soll. Es muss von der Erde etwas zurückbleiben, was später das sein soll, was heute der Mond ist. Das muss der Mensch überwinden. Aber der Mensch kann das dann gern haben, dann verbindet er sich damit. Ein Mensch, der tief verwoben ist, mit dem bloß Sinnlichen, dem bloß Triebhaften, der verbindet sich mit dem, was Schlacke werden soll. Das wird dann sein, wenn die Zahl 666 erfüllt sein wird, die Zahl des Tieres. Dann kommt der Moment, wo sich die Erde herausbewegen muss aus der fortlaufenden Evolution der Planeten. Wenn der Mensch sich zu sehr verwandt gemacht hat mit den sinnlichen Kräften, die heraus sollen, dann geht das, was damit verwandt ist und nicht den Anschluss gefunden hat, um zum nächsten Globus hinüberzugehen, mit der Schlacke mit und wird Bewohner dieser Schlacke, so wie jetzt solche Wesen Bewohner des heutigen Mondes sind.

Da haben wir den Begriff von der achten Sphäre. ...

...Wenn der Mensch das Leben auf der Erde nur dazu benützt, zu sammeln, was ihm allein dient, um nur eine Erhöhung seines eigenen egoistischen Selbstes zu erfahren, so führt das im Devachan (dem nachtodlichen Leben. A.W.) in den Zustand des Avitchi . Der Mensch, der nicht aus der Sonderheit heraus kann, kommt nach Avitchi . Alle diese Avitchi-Bewohner werden einmal Bewohner der achten Sphäre. Avitchi ist die Vorbereitung zur achten Sphäre. Die anderen Menschen werden Bewohner der fortlaufenden Evolutionskette. Die Religionen haben aus diesem Begriffe die `Hölle´ formuliert.“ (GA 93a/ Dornach 1976/ 09.10.1905/S.111ff..

Es kann viel gerätselt werden, in welcher Weise der Sorath-Impuls , der sich hinter der Zahl 666 der Johannes-Apokalypse verbirgt, in dieser Zeit wirkt. Der Zusammenhang von 666 mit dem Wirken der Akademie von Gondi-Shapur im siebten nachchristlichen Jahrhundert ist bereits in Heft 61 der Flensburger Hefte von Frank Linde dargestellt worden. Es findet sich auch einiges in der Literatur (siehe Schöffler 1979 und von Gleich 1966). Bereits vorher erlangte der Name Gondi-Shapur eine traurige Berühmtheit: Der Begründer des Manichäismus , Mani , wurde im Jahre 273 n. Chr. in Gondhi-Shapur getötet ( Widengren 1977, S.16). Zusammengefaßt kann auf den Zusammenhang des Wirkens der Akademie mit der Begründung der materialistischen naturwissenschaftlichen Weltanschauung verwiesen werden: „Im Grunde ist es Sonnendämonie, welche im Materialismus der Menschen wirkt.“ (Steiner, Vortragsreihe über die Offenbarung des Johannis. O.O., o.J ., S. 72). Sorath wird im Okkultismus auch der Sonnendämon genannt. Rudolf Steiner verwies im Hinblick auf das zweite Wirken des 666-Impulses auf den sich durch 2x666 als historischen Rhythmus ergebenden Zusammenhang mit der Vernichtung der Templer (ebd. S. 71 f.). An selber Stelle nannte Rudolf Steiner das Jahr 1933 als den Beginn des dritten Wirkens des Sorath-Impulses . Hier ist sicher nicht nur dasjenige gemeint, was wir als Nationalsozialismus kennengelernt haben, sondern es muss so betrachtet werden, dass der Nationalsozialismus eine der wesentlichen, vielleicht sogar die wesentliche Voraussetzung bildete, um die Weltverhältnisse so zu gestalten, dass der Sorath-Impuls in der von diesen Mächten gewünschten Weise in die Welt treten konnte. Im Jahre 1998 soll dieser Impuls nun, am besten von den Menschen unbemerkt, kulminieren. Der Nationalsozialismus hielt der europäischen Welt einen Spiegel vor, in dem der europäische Mensch seine immer noch vorhandene Unchristlichkeit zu erkennen vermag, wenn er den Mut aufbringt, in diesen Spiegel zu schauen. Ähnliches mag auch auf den Stalinismus zutreffen.

Um nur ein Beispiel für die Fortführung unterschwelliger, von der Öffentlichkeit kaum beachteter kontinuierlicher Entwicklungen von im Nationalsozialismus entstandenen Impulsen zu nennen, sei auf die sogenannte „Verschwörung Paperclip“ verwiesen, nämlich der Integration von NS-Wissenschaftlern in Dienste der Siegermächte ( Bower , 1987). Die Bedeutung dieser Wissenschaftler für die Entwicklung der Kernenergie und der Raumfahrttechnologie braucht nicht besonders aufgeführt werden. Wernher von Braun, der das Apollo-Projekt leitete, ist nur eine der Personen, die eine Kontinuität darstellte.

Die Gentechnologie und die Eugenik wären weitere unter diesem Gesichtspunkt zu betrachtende Lebensbereiche. Doch dies sprengt den Rahmen der vorliegenden Arbeit.

All diese erschütternden Aspekte des Geheimnisses der achten Sphäre, die hier nur zusammengefasst dargestellt werden konnten und selbstverständlich letztlich einer erheblichen Erweiterung bedürfen, werden aber „den Mut nicht sinken lassen können“. Es muss ihnen zwar ins Auge geschaut werden, aber nur in dem Bewusstsein, dass dieses Ins-Auge-Schauen in unserem Zeitalter notwendig ist und dass jede von Menschen vollbrachte Tat sich der Frage stellen muss, ob sie im Sinne derjenigen Weltentwicklung vollbracht wird und innerhalb der Absichten liegt, die mit der Entwicklung des Christentums und dem hierin wirkenden Christuswesens verbunden sind, oder ob sie anderen Mächten dient. Denn das Licht scheint in die Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht begriffen. Und die Finsternis unserer heutigen Zeit wirkt nur deshalb so groß, weil das Licht ein so großes ist. Dieses Licht der Freiheit, der Weisheit und der Liebe in der Welt wirken zu lassen, dazu möchte die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft beitragen.

(Der vorstehende Artikel ist das Autoreferat von zwei Vorträgen, die am 16. und 17. Oktober 1993 im Albertus-Magnus-Haus in Freiburg gehalten wurden.)

 

Literatur:

Blavatsky , Helena Petrowna : Die entschleierte Isis . Den Haag, o.J .

Blavatsky , Helena Petrowna : Die Geheimlehre. Den Haag. o.J .

Bower , Tom: Verschwörung Paperclip. NS-Wissenschaftler im Dienst der Siegermächte. München 1988.

Capra, Fridtjof : Das Tao der Physik. Bern/München/Wien 1984.

Gleich, Sigismund von: Geisteswissenschaftliche Entwicklungslinien im Hinblick auf den Impuls von Gondi-Shapur . Stuttgart 1966.

GEO (Zeitschrift ) , Nr. 9/92, Artikel ` Der lange Marsch zum Mars.

Harrison, C.G.: Das transzendentale Weltenall . O.O. 1897.

Heisenberg, Werner: Das Naturbild der heutigen Physik. Hamburg 1955.

Heisenberg, Werner: Der Teil und das Ganze - Gespräche im Umkreis der Atomphysik. München 1973.

Schöffler , Heinz Herbert: Die Akademie von Gondischapur . Aristoteles auf dem Weg in den Orient. Stuttgart 1979.


Steiner, Rudolf: Die Geheimwissenschaft im Umriß . GA 13. Dornach 1962.

Pfade der Seelenerlebnisse. GA 55. Dornach 1976.

Grundelemente der Esoterik. GA 93a. Dornach 1976.

Die soziale Grundforderung unserer Zeit - In geänderter Zeitlage. GA 186. Dornach 1979.

Gegensätze in der Menschheitsentwickelung. GA 197.Dornach 1967.

Heilfaktoren für den sozialen Organismus. GA 198. Dornach 1969.

Die Verantwortung des Menschen für die Weltentwickelung. GA 203. Dornach 1978.

Menschenfragen und Weltenantworten. GA 213. Dornach 1969.

Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte. GA 222. Dornach 1976.

Die okkulte Bewegung im 19. Jahrhundert. GA 254. Dornach 1969.

Zur Geschichte und aus den Inhalten der ersten Abteilung der Esoterischen Schule 1904-1914. GA 264. Dornach 1984.

Vortragsreihe über die Offenbarung des Johannis. 5.-22.09.1924. O.O., o.J . Manuskriptdruck für die Priester der Christengemeinschaft.

Wagner, Arfst: Über John Worrell Keely . In: Beiträge zur Dreigliederung, Anthroposophie und Kunst. Heft 46. Tellingstedt 1998.

Widengren , Geo: Der Manichäismus . Darmstadt 1977.

Vorstehender Artikel ist auch in italienischer Sprache erschienen. Siehe http://www.artemedica.it/pagenovalis/666.html